Ejooka
Bis auf zwei verbleibende haben wir nun all unsere ATFC-Außenposten (ambulante therapeutische Ernährungszentren) an das staatliche Gesundheitsministerium übergeben. Wir werden diese Kliniken nun in den nächsten Wochen noch besuchen und sehen, inwieweit wir mit Training und Supervision das Personal dort auf die Zeit nach dem Rückzug von MSF vorbereiten können. Bei den meisten Kliniken haben wir das Gefühl, dass die Motivation stimmt und unser Projekt mit den geeigneten Trainingsmaßnahmen auch gut weitergeführt werden kann. In manchen Kliniken gibt es allerdings noch Probleme, deshalb haben wir auch den DHO (District Health Officer) um einen Ansprechpartner im Bereich Ernährung gebeten, dem wir die Supervision und das weitere Training der Krankenschwestern übergeben können.
In den letzten beiden verbleibenden Kliniken, Namalu und Nabilatuk, gibt es etwas Grund zur Sorge. Die Anzahl der Kinder, die auf Grund ihrer Ernährungssituation in unser Programm aufgenommen werden müssen, geht nicht mehr zurück. Bisher hatten wir eigentlich überall mehr Kinder, die als “ausreichend ernährt” das Programm verlassen konnten, als Kinder, die neu ins Programm integriert werden mussten. In Namalu und Nabilatuk hat sich das ganze nun umgedreht. Die Situation ist noch nicht gefährlich, allerdings zeichnet sich ein neuer Trand ab und dem muss nachgegangen werden. Wir haben auf diesen Trend aufmerksam gemacht, und ich hoffe wirklich, dass das Gesundheitsministerium früh genug reagiert, um einen erneuten Ausbruch an Unterernährung bei Kindern zu verhindern. Es kommt jetzt auch noch die Regenzeit, was hier bedeutet, dass es sehr viele Fälle von Malaria bei Kindern gibt. Gepaart mit Unterernährung ist das sehr gefährlich. Auf jeden Fall ist MSF aber auch weiterhin im Land und wird die Situation in Karamoja sehr genau beobachten. MSF ist eine Nothilfsorganisation und kann sehr sehr schnell reagieren, wenn der Bedarf da ist.
Für mich ist es sehr interessant bei einem “End of Project” dabei zu sein. Es gibt sehr viele Sachen die bedacht werden müssen. Wir haben, nachdem die Entscheidung dieses Projekt zu übergeben gefallen war, ein Meeting mit unserem “Head of Mission” (dem Landeskoordinator) gehabt und er hat uns eine Roadmap für das Abschliessen dieses Projektes übergeben.
Da müssen alle zuständigen lokalen Beamten informiert werden; das gesamte Personal, an das wir übergeben, muss auf die spezielle Art und Weise, wie Ernährungsprogramme funktionieren, geschult werden; das Medical Team muss entscheiden, welche der Medikamente in unserem Lager an welches Spital übergeben werden; ich muss dann für den Transport dieser Medikamente sorgen; es müssen all die Gehälter und offenen Rechnungen beglichen werden und nebenbei will ja auch das Programm noch bis zum Ende geführt sein.
Ist schon ein ganz schönes Paket, das wir im Moment umgeschnallt haben. Ich merke auch schön langsam, dass ich müde werd. Vielleicht liegts an der vielen Arbeit oder einfach am Wissen, dass es bald nach Hause geht. Wer weiss. Auf jeden Fall freu ich mich darüber, jetzt hier zu sein und an diesem Projekt teilzunehmen und ich freu mich auch darauf, bald meine Lieben zu Hause wiederzusehen.
Gute Kombination :-)
ERAMUNOS


