… der fertig gepackte Rucksack steht bereits an der Tür; als könnte er es garnicht mehr erwarten, richtung Afrika abzuheben. “Geduld mein Freund…” denk ich mir. Zuerst gilt es noch nach Amsterdam ins Hauptquartier von Ärzte ohne Grenzen zu fahren und die ersten Briefings zu bekommen.
Wir (meine Freundin und ich) fahren mit dem Shuttlebus von Wien raus zum Flughafen und dort kommt noch ne Aufgabe auf uns beide zu, die nicht so schön ist. “6 Monate ist nicht für immer….” , “wir haben uns bald wieder…” , “wirst sehen, die zeit vergeht total schnell …” Das sind so die üblichen Phrasen, die einem in solchen Momenten über die Lippen kommen.
Trotzdem können wir uns die eine oder andre Träne nicht verkneifen und ich denke das ist auch gut so. Schliesslich zeigen diese Gefühle, wie gern man jemanden wirklich hat. Christine gibt mir als alter Reiseprofi noch ein paar gute Tip´s bez. Flugangst und schon sitz ich in der Boing, die mich nach Amsterdam bringt. Der Flug selbst ist unspäktakulär (ich hoff alle Flüge, die ich noch bestreiten “darf”, sind ebenso) und nach eineinhalb Stunden setzt der Flieger in Holland auf.
Danach gehts nur mehr ab ins Hotel und am nächsten Morgen ins Amsterdamer Office von Ärzte ohne Grenzen.
Es gibt natürlich einiges zu tun bevor man ne grosse Reise antritt. Da ich 2006 schonmal in Uganda unterwegs war, hatte ich die meisten Impfungen, die nötig sind, schon intus. Ich musste einen medizinischen Gesamt-Check machen (was wirklich sinnvoll ist) und auch sonst waren noch haufenweise Sachen zu arrangieren.
Ich hatte auch vor dem letzten Aufenthalt in Uganda eine Liste von Dingen erstellt, die ich unbedingt mitnehmen wollte. Da waren so wichtige Sachen drin wie tausende Hosen, tonnenweise T-Shirts usw… usf….
Da ich diese Liste aber sicherheitshalber gelöscht hatte, musste ich von vorn anfangen und als ich alles was auf der neuen Liste war in den Rucksack gepackt hatte, kam ich drauf dass er immer noch halbleer war. Anscheinend hatte ich einiges vergessen – oder einfach vom ersten Einsatz gelernt. Damals hatte ich einfach an alle Eventualitäten (und noch mehr…) gedacht, wollte auf alles doppelt und dreifach vorbereitet sein. Dementsprechend sah auch mein 80L Rucksack aus. Er fühlte sich an wie mit Steinen gefüllt und gut ein Drittel vom Inhalt wurde einfach nach Uganda geschleppt und ungebraucht wieder zurück. Von mir….
Diesmal ist der Rucksack wie gesagt noch halb leer und somit habe ich auch noch etwas Platz für etwaige Weihnachtsgeschenke für die Leute im Projekt.
Und hier ein Video, das im Oktober 2008 in der Region, in die ich fahre, aufgenommen wurde und einen guten Einblick in die dortige Lage gibt: