Abbau und Gummischlangen

17. Juni 2009 | mjaros
Regina als Löwenbändigerin

Regina als Löwenbändigerin

Der Abbau beginnt – anders als sonst immer – bereits nachts. Erstmals wird das FLAGER nach einer Ausstellung inventiert – während Christine, Hugo (fast im Smoking) und Gerhard Kabelmatten schleppen, sind Regina, Katja und Marion fleißig am inventieren und Strohmatten beschriften. Damit das FLAGER tip top nach Frankfurt am Main geht, wo es am 19.6. – also einen Tag vor dem internationalen Weltflüchtlingstag – gleich wieder eröffnet wird. Aber noch stehen uns ein paar anstrengende Stunden hier in Graz bevor. Nachdem sich rund um Mitternacht erste Schwächeanfälle – nicht nur um die Augenlider -

Christine in ihrem "Büro" bei der Finanz-Admin

Christine in ihrem "Büro" bei der Finanz-Admin

Das war die Ausstellung in Graz - Warten auf die LKWs

Das war die Ausstellung in Graz - Warten auf die LKWs

einstellen, beschließen wir es gut sein zu lassen. Im Hotel Strasser erwartet uns dann noch eine Überraschung, ein Abschiedsdrink. Wir halten tapfer durch bis 1.00 h. Am nächsten Tag gehts wieder früh los. Viele Hände packen kräftig mit an. Geniales Team! Gegen 14.00 h ist dann alles wieder verpackt unterm Uhrturm. Das große Verabschieden folgt – auf ein nächstes Mal! Auf der Heimfahrt nach Wien meistert Katja gestärkt von bunten “Gummi”schlangen das Riesenauto. Christine und Marion helfen fleißig – die Fülle an Gummischlangen zu bewältigen. Das war es wieder einmal … wir freuen uns auf eine Fortsetzung!

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Gummistiefel und Mülltonnen

13. Juni 2009 | mjaros
Madiha mit ihrem Privatchauffeur Johannes

Madiha mit ihrem Privatchauffeur Johannes

 

Madiha bei der Arbeit

Madiha bei der Arbeit

Was gibt es Neues? Madiha hat einen neuen Privat-Chauffeur gefunden, Johannes, angehender Mediziner aus Wien, der gemeinsam mit seinem Vater Josef  seit Donnerstag tatkräftig das FLAGER unterstützt.  Sonderführungen sind an der Tagesordnung bei der jüngsten FLAGER-Mitarbeiterin, womit sie nicht nur unseren Wachdienst beeindruckt. Mittlerweile machen wir mit unserem FLAGER auch den umliegenden Lokalen Konkurrenz und so lassen sich einige Gäste ihre Getränke bereits in Plastikbecher umfüllen um  an den Ausstellungsführungen teilnehmen zu können. Auch bei der Müllentsorgung haben wir neue Möglichkeiten entdeckt. Mit den Gummistiefeln der Cholera-Station bewaffnet  scheut Christine keine Mühen, um mehr Platz in unseren Abfallcontainern zu schaffen. Unbeobachtet, wie sie meint, doch da hat sie leider nicht mit dem wachsamen Auge von Marion gerechnet.

Christine`s waste management

Christine`s waste management

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Sintflut

11. Juni 2009 | mjaros

Nachdem wir uns morgens leider ein bisserl die Beine in den Bauch stehen – die Grazer wollen offensichtlich am Feiertag ausschlafen – kommen dann gegen 11 Uhr nach und nach séhr intererssierte Besucher in die Ausstellung. Einige kommen auch mit ihren Fahrrädern. Sie stellen ihre Räder vor und im Infozelt ab und machen sich bereit für eine Führung. Am Nachmittag kommt dann  noch ein starker Sturm auf und bringt dunkle Gewitterwolken. Wir rennen was das Zeug hält, damit uns nicht alles um die Ohren fliegt. Die Straßen sind wie ausgestorben. Wir flüchten in eine Pizzeria. Als das Gewitter vorbei ist, trauen wir uns wieder raus und mit uns die Ausstellungsbesucher. Wir legen die Zelte trocken und räumen alles wieder raus. So kommen wir doch noch auch am Nachmittag noch zu einigen Besucherführungen und halten dann die Ausstellung noch bis 20.00 h offen. Naja, keep smiling!! Morgen ist auch noch ein Tag.

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Sonnenschein und Regen

10. Juni 2009 | mjaros
Laura bei Sonnenschein und Regen

Laura bei Sonnenschein und Regen

Betrand und die zukünftigen Logistiker aus der HTL

Bertrand und die zukünftigen Logistiker aus der HTL

Madiha-Taxi

Madiha-Taxi

Gerhard und Christine beim Auer Schmauß
Gerhard und Christine bei der Auer Jause

Heute waren morgen gleich 8 Gruppen-Führungen im 10 Minutentakt. Da ist es dann ganz schön schwer ein freies Zelt zu finden zum Erklären. Das Wetter meint es inzwischen sehr gut mit uns. Dank Marion, die den Kühlschrank in Deutschland gelassen hat, können wir die Schokolade hier mit dem Löffel essen. Aber es soll nix Schlimmeres passieren. Unsere deutschen KollegInnen haben inzwischen auch gut Steirisch gelernt und verstehen inzwischen die Speisekarten hier so halbwegs. Heute war ein Besucher da und hatte es recht eilig. Er wollte nur eben mal schnell einen höheren Geldbetrag für Ärzte ohne Grenzen spenden. Danke! Nach dem Sonnenschein, Laura musste schon mit Sonnenkappe Führungen machen – Kampf dem Sonnenstich – bekamen wir eine klitzekleine Abkühlung in Form von ein bisserl Regen. Gerhard stärkt sich mit den Weckerln von Hubert Auer, unserem persönlichen Jausen-Sponsor. Bertrand und Volker hatten um 18.00 h noch die letzte Führung. 29 Schüler einer HTL waren total interessiert, wenn auch einer ein bisserl was über den Durst getrunken hatte. Nach dem gemeinsamen Abendessen war Madiha schon ein bisserl müde. Mit 5 Jahren darf man um 22.00 h aber auch schon mal müde sein. Volker-Taxi hatte dann aber noch Dienst;-)

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Erfrischendes aus Graz

8. Juni 2009 | mjaros
Angehende Ärzte studieren mit Anita Patientenkarten

Angehende Ärzte studieren mit Anita Patientenkarten

Madihas Wäsche trocknet

Madihas Wäsche trocknet

Frau "Lehrerin" Christine
Frau “Lehrerin” Christine

Katja hängt neben mir im Hotel und wird mir gleich sagen, was sie heute in der Ausstellung erlebt hat. Zum Schreiben ist sie schon zu müde, ich auch, aber ich hab wenigstens ein Cola. … Los gehts, Katja, ich lausche. Um 9.00 h kommen die ersten Schulklassen in die Ausstellung. Sie werden in zwei Gruppen aufgeteilt und schon gehts los. Christine und Laura legen gleich los mit ihren Führungen. Frau “Lehrerin” Christine geht gleich Hand in Hand mit den Mädels und es gehen gleich die Diskussionen los, wer neben der Frau “Lehrerin” sitzen darf. Leider geht es nicht die ganze Zeit so nett weiter. Während Marion eine unglaublich aufmerksame und wahnsinnig vorbereitete Gruppe durch die Zelte führt, bringen andere Gruppen Christine und Gerhard (bei seiner ersten Führung von Schülern) an den Rand der Belastbarkeit. Verzweiflung – Christine denkt an Flucht – von der Ausstellung. Madiha, 5 Jahre, Tochter von Beate, Krankenschwester und Einsatzhelferin aus Deutschland, nutzt das schöne Wetter inzwischen um samt Kleidung im Brunnen am Karmeliterplatz zu baden. Warum auch nicht, der langhaarige Schäferhund hatte ja am Tag davor gezeigt, wie das geht. Madiha schüttelt sich allerdings nicht das Fell aus, sondern Beate – umsichtige Mama – hat Ersatzgewand mit und trocknet die Kleider auf den Mineralwasserflaschen, die heute doch noch von Peterquelle geliefert wurden. Jetzt können Christine und Katja ihre müden, viel zu lange gewordenen, muskulösen Arme ausrasten (nein Heidi, die rasten nicht aus – Simultanübersetzung für unsere deutschen KollegInnen) und dafür noch mehr von den köstlichen Weckerln und süßen Leckerlis anschleppen, die wir freundlicher Weise von der Bäckerei Hubert Auer (Murgasse) gesponsert werden. Lecker! Gestärkt halten wir so bis zum Abend durch, denn heute ist Infoabend. Anita, ihres Zeichens Ernährungsexpertin, studiert inzwischen mit angehenden ÄrztInnen die Patientenkarten von unternährten Kindern. Inzwischen sind viele potentielle Einsatzmitarbeiter aus Graz und Umgebung gekommen und nehmen an der Sonderführung teil, die von Heidi und Regina professionell (wie immer) gemacht werden. Isa, die Leiterin der Personalabteilung,  ist aus Wien angereist und erzählt aus eigener Erfahrung, wie motivierend es ist, für Ärzte ohne Grenzen auf Einsatz zu sein, aber auch von den Schwierigkeiten, die z.B. das Teamleben vor Ort mit sich bringen kann. Wir hier in Graz haben bis jetzt noch keinen Lagerkoller. Ganz im Gegenteil: Es macht mächtig Spaß hier und viele postitive Rückmeldungen zeigen uns, dass die Botschaften der Ausstellung ankommen.

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Eichhörnchen und andere Erlebnisse

7. Juni 2009 | mjaros
Registrierunrg im Flüchtlingslage

Registrierunrg im Flüchtlingslage

Vor der Cholerastation

Vor der Cholerastation

Viele interessierte Leute kommen zur Ausstellung und wir führen interessante Gespräche. Manches Mal erleben wir in der Ausstellung aber auch, dass die Menschen ihre eigene Lebensgeschichte erzählen möchten. Das kann dann übers Füttern der Eichhörnchen im Schlosspark sein und wie man sie heranpfeift … Aber auch sehr berührende Gespräche über die eigene Flucht aus Ex-Jugoslawien und Menschen, die einfach stundenlang zuhören könnten, wenn Einsatzmitarbeiter von ihren Erfahrungen berichten. Wenn Gerhard aus Simbabwe von der Cholera erzählt oder Christine erwähnt, dass sie gerade von den Philippinen zurück gekommen ist. Thomas ist heute schon abgereist, denn nächste Woche gehts auf Einsatz – ins Logistikzentrum von Ärzte ohne Grenzen in Nairobi. Jetzt sitzen wir hier, in der Hotellobby und reden noch immer von der Ausstellung. Wir fühlen uns hier im Hotel Strasser schon so richtig wohl. Katharina hat eine Engelsgeduld bei den dauernden Änderungen in unserem Schlafplan. Aber Katharina vom Strasser ist so flexibel, wie wir das von Ärzte ohne Grenzen brauchen. Vielen, vielen Dank!!

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Eröffnung

4. Juni 2009 | mjaros
BAODO macht Werbung in für die Ausstellung

BAODO macht Werbung in für die Ausstellung

Um 7.30 h lösen wir den Wachdienst in der Ausstellung ab. Jeden Morgen müssen einige Stationen neu eingerichtet werden, damit Wind und eventueller Regen in der Nacht nichts kaputt macht. Um 9.00 h kommen die ersten Schulklassen. Die Passanten, die zur Arbeit gehen, schauen interessiert über den Zaun. Naja, hoffentlich kommen sie dann in ihrer Mittagspause oder nach der Arbeit wieder. Ein Taxiunternehmer nimmt Broschüren zum Austeilen mit. Fein. Die Bäckerei Auer bringt uns Verpflegung für die MitarbeiterInnnen und die Pressekonferenz. Baodo, eine Künstlergruppe aus Graz, macht sich bereit für die Tour durch die Innenstadt zur Bewerbung der Ausstellung. Coole Sache, wie sie mit ihren Trommeln und afrikanischem Rhytmus samt Transparent durch die Stadt marschieren.

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Aufbau unterm Uhrturm

4. Juni 2009 | mjaros
Drei LogistikerIn warten gespannt - die Ausstellung ist soeben mit TNT in Graz angekommen

Drei LogistikerIn warten gespannt - die Ausstellung ist soeben mit TNT in Graz angekommen

Karl, ein Arzt ohne Grenzen, montiert die Ausstellungstafeln

Karl, ein Arzt ohne Grenzen, montiert die Ausstellungstafeln

Regina und Katja beim Kabelbinder Ausfassen - bis alles montiert ist, müssen ein paar Packerl Kabelbinder dran glauben

Regina und Katja beim Kabelbinder Ausfassen - bis alles montiert ist, müssen ein paar Packerl Kabelbinder dran glauben

Linda und Indi beim philosophieren über Verbindungswinkel für die Küche und die Registrierung

Linda und Indi beim Philosophieren über Verbindungswinkel für die Küche und die Registrierung

Christine beim Verlegen der 379 selbst geschleppten Kabelmatte

Christine beim Verlegen der 379 selbst geschleppten Kabelmatte

2. Juni 09, Aufbautag. Während ich strammen Schrittes vom Hotel Strasser zu Fuß zur Ausstellung marschiere, ruft schon der erste LKW an. “Ok, in 10 Minuten auf dem Karmeliterplatz.” Ich lege einen Zahn zu. Frachter aus Deutschland, Tschechien, Österreich – irgendwie geht es ganz schön zu! Um 10 h stehen die ersten Zelte, um 14 h stehen alle Aufbauten und man könnte den Eindruck gewinnen, wir sind fertig. Aber noch ist das lange nicht so. Das Team arbeitet, als gäbs kein Morgen. Kurz vor 20.00 h sind dann auch die letzten Feinheiten erledigt und alles ist bereit für die Eröffnung. Wir können kaum noch aus den Augen schauen – aber eines ist sicher: Das Team hat großartige Arbeit geleistet!

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Der Countdown läuft

14. Mai 2009 | mjaros

18 Tage noch, dann fahren wir nach Graz. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Christine ist erst vor ein paar Wochen von ihrem Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen auf den Phillipinen zurück gekommen. Jetzt sitzt sie mir gegenüber – zuständig für die Logistik der Ausstellung – die von Berlin nach Graz “reist” und danach gleich in Frankfurt am Main gezeigt wird. Christine hat zuerst ganz schön der Kopf geschwirrt, aber sie ist es gewöhnt sehr schnell voll im Thema zu sein. Bei ihren beiden Einsätzen als Logistikerin im Sudan und eben auf den Philippinen hatte sie auch nie Zeit sich länger einzuarbeiten.
Gestern ist ein Mail von einer Lehrerin gekommen. Eine Schulklasse, die in Salzburg 2008 die Ausstellung gesehen hat, zeichnet grad Postkarten, die dann zu Gunsten von Ärzte ohne Grenzen verkauft werden. Eine schöne “Break the Silence” Aktion (www.breakthesilence.at). Schön dass diese besondere Ausstellung so lange nachhallt.

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Es geht wieder los!

23. März 2009 | admin


Nach dem großen Erfolg der Ausstellung in Westösterreich (12.000 Besucher an 21 Ausstellungstagen!) im vergangenen Jahr, freuen wir uns, dass uns die Stadt Graz den Karmeliterplatz für rund 2 Wochen im Juni zur Verfügung stellt.

Der Karmeliterplatz in Graz, Standort für die Ausstellung "Leben auf der Flucht" im Juni 2009

Der Karmeliterplatz in Graz, nächster Standort der Ausstellung

Bei meinem ersten Besuch in Graz spielt das Wetter leider nicht mit. Es schneit, dicke nasse Flocken – und das kurz vor Frühlingsbeginn. Ich komme mir vor wie auf der Suche nach dem Adventmarkt. Als ich mit dem Vertreter der Stadt den Platz abgehe, weht mir der Wind fast den Plan aus der Hand. Ich habe viele Fragen nach Baustellenzäunen und Gewichten zur Absicherung des Platzes, nach der örtlichen Feuerwehr zur Befüllung der Wasserblase, nach den Zufahrtsbewilligungen für die Fahrzeuge und und und.

Als ich später alleine in der Pizzeria an der Ecke sitze, schwirren die Bilder der Ausstellung auf dem Karmeliterplatz nur so in meinem Kopf herum. Das medizinische Zelt steht wohl besser vorne, damit man es vom vorbeifahrenden Bus sieht, oder? Die Cholera-Isolierstation muss hinten in die Ecke. Aber geht es sich dann mit dem Aufstellen der Wasserblase und dem Brunnen aus? Ich werde noch einiges zu grübeln haben, bevor ich den Plan beim Straßenamt einreichen kann …

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