8. Juni 2009
Diese Woche veranstalten wir für die Ministry of Health-Nurses eine Einführung in die neue Nurse Guideline, dies dauert das ganze Wochenende. Die Guideline wurde erneuert, da sich das Programm etwas verändert hat und wir auf Grund der vielen Patienten versuchen, die Besuche etwas zu vereinfachen. Die meisten Patienten werden von den Krankenschwestern angeschaut und die komplizierteren Fälle und die Kinder werden von den Clinical officer gesehen. Dies bedeutet natürlich eine große Verantwortung für die Krankenschwestern und sie müssen sich sicher sein in der Diagnose von opportunistischen Infektionen und jeglicher Arzneimittelgegenreaktionen. Die meisten sind jedoch sehr gut geschult und da lerne ich noch sehr viel dazu, doch einige brauchen schon starke Unterstützung, besonders die älteren Schwestern.
Diese Woche verbrachte ich die meiste Zeit mit einer Schwester, die von ihrer Babykarenz zurück kam. In Malawi dauert der Karenz einen Monat vor der Geburt und 3 Monate nach der Geburt. Tja also, die Schwester stillte noch ihr Baby und aufgrund der Arbeitszeit musste sie natürlich umstellen. Das Baby war nicht erfreut, erzählte sie mir.
Nun, gestern war ich bei dem HIV Training, das wir gerade für einige neue Schwestern veranstalten, es dauert 3 Wochen und ist sehr umfassend, leider hab ich nicht soviel Zeit hinzufahren, da ich in den Healthcenters gebraucht werde. Wir haben ein Trainingsteam, 2 clinical officer, die geschult wurden von den Trainingsverantwortlichen aus Paris, die beiden veranstalten die Trainings für die diversen Berufsgruppen, ich bin recht froh darueber, da ich neben der Arbeit in den Healthcenter kaum Zeit hätte, Trainings vorzubereiten.
Letzte Woche waren unsere Head of mission und unser Medical Coordinator in Paris, in dieser Woche wurde das Projekt durch diskutiert, wie es weitergeht in den nächsten Monaten, dieses Treffen ist 2 Mal pro Jahr. Der neue HOM und Med Co waren auch dort, und sie werden dann am 15 Juni nach Malawi kommen, wir sind schon recht gespannt, die neue Head of Mission ist aus Amerika und der Med Co aus dem Sudan. Es stehen dann sicher Veränderungen ins Haus. Ab Juli übersiedelt das Koordinationsteam von Blantyr nach Lilongwe, der Hauptstadt von Malawi. Ich hoffe wir erhalten dann ein Internet in Chiradzulu, das ist immer noch Thema, denn mit der Telefonkarte ist es unmöglich, Dateien oder Bilder zu schicken oder mehrere Mails gleichzeitig.
Zwei Monate sind seit Beginn meines Einsatzes vergangen, die Zeit vergeht sehr schnell, finde ich. Meine Kollegen übertrugen mir kürzlich eine neue Aufgabe, ich bin jetzt für das Essen verantwortlich, bzw muss das Geld von den Kollegen kassieren und dann dem Koch die Summe geben, die er benötigt um wöchentlich für uns das Essen zuzubereiten. Dr Mark, der dieses Amt zuvor hatte, verlässt uns im Juli, nach einem Jahr Aufenthalt hier. Ich bin zwar nicht begeistert über diese Aufgabe aber was tut man nicht alles, smile.
Gestern abend waren wir in unserem kleinen Restaurant in Chiradzulu, im einzigen hier, es war total nett, wir spielten Billard mit den Leuten vom Dorf die echt gut sind, und Grace, die Inhaberin, bereitete ein fantastisches Huhn zu. Sie war die letzten 4 Wochen nicht hier, ihr Mann lud sie zum 15. Hochzeitstag nach Mombassa ein, wir vermissten sie sehr, sie ist eine Seele, eine total liebe, freundliche Frau.
What else, wir mussten gerade recht lachen, denn ich gab Severinne meine Briefe mit und sie bezahlte 160 Kwacha pro Brief, ich bezahlte letztens fuer die Karten 100 Kwacha und in einem anderen Postamt 75 Kwacha pro Brief, tja das ist Afrika, jedes Postamt hat andere Preise, mal schauen welche Post ankommt, smile.
Ach ja, eine Neuigkeit gibt es noch, die erste kleine Maria ist geboren: Einer unserer Fahrer wurde Vater und ich gratulierte ihm und fragte nach dem Namen, und er sagte “Maria natürlich”. Ich freute mich sehr, es erinnerte mich an meinen Einsatz in Uganda, wo es dann plötzlich ein paar Marias gab.
Nun, bevor ich Schluss mache muss ich Euch schnell noch etwas erzählen: gestern gingen wir bei einem Marsch mit gegen den Hunger in der Welt, es war recht interessant, 8 km war die Distanz, mit vielen Schulkindern die die meiste Zeit sangen, heute hatte wir von den Organisatoren einen total netten Brief erhalten, sie hatten sich so gefreut, dass wir mitmachten. Alles Liebe Maria