Malawi
Im Kampf gegen HIV/Aids in Chiradzulu

PMTCT

10. Mai 2009

Nun komme ich endlich wieder dazu, zu schreiben: Es war eine etwas anstrengende Woche mit sehr vielen Krankenständen. Am Dienstag fehlten 7 Nurses, ich war sehr froh mit denjenigen, die extrem hart arbeiteten um dies zu kompensieren. Auf  Drängen meinerseits und des Fieldcoordinators wurde ein Antrag auf die Einstellung von mehr  Nurses zum Koordinationsteam  geschickt, hoffe dass wir bald Antwort bekommen. Eigentlich will MSF nicht mehr Leute einstellen, da man ja in Zukunft das Projekt irgendwann mal dem Land übergeben möchte, aber mit monatlich bis zu  700 neuen Patienten ist es mit den 17 Nurses fast nicht mehr zu meistern.

Ende Mai wird ein 3 wöchiges Training angeboten für die Schwestern, die erst kürzlich eingestellt wurden. Ich hoffe, selbst auch viel Zeit dort verbringen zu können, um mehr über das Management der Patienten zu erlernen, denn es ist komplett anders als ich es von Österreich gewohnt bin. Immer wieder staune ich, welche Krankheiten ich hier sehe, speziell viele Patienten mit Kaposi Sarkom, ein bösartiger Tumor, der meist bei Aidskranken auftritt.

Gestern hatten wir wieder sehr wenig Schwestern, eigentlich ist meine Aufgabe, mit den Schwestern gemeinsam Patienten zu untersuchen, aber als ich dann jemanden zum Übersetzen fand übernahm ich einige Patienten, da merkte ich erst, wie sehr mir die Patienten fehlten, es machte richtig Spass, wir machen Routineuntersuchungen und ich nahm bei vielen Blut ab, wir kontrollieren alle 6 Monate die CD4 Zellen ( Immunsystem) und bei Verdacht auf fehlerhafte Einnahme der Therapie die Viruslast.

Heute Morgen besuchten wir einen TB Patienten, der multiresistent ist. Er ist seit 4 Monaten in einem speziellen Programm, er wird täglich besucht und erhält die observierten Medikamente (DOT) und eine Injektion. Er ist nicht HIV-positiv, aber da einer unserer Ärzte in der TB-Station im Krankenhaus arbeitet, betreuen wir natürlich auch diese Patienten. Er wird die nächsten 2 Jahre Medikamente erhalten, die Injektion 6 Monate lang. Er ist total gut drauf, es geht ihm recht gut. Er sprach englisch und wir lachten viel mit ihm.

Heute sah ich ein Baby, die Mutter hat unser PMTCT-Programm (Preventing Mother-to-Child Transmission of HIV) gemacht und erhielt Medikamente, das Baby wurde heute zum 2 Mal getestet und es ist negativ. Es wird dann nochmal mit 18 Monaten getestet. In Österreich ist es  selbstverständlich, dass die Babys negativ sind, doch hier ist jedes ein Wunder, denn natürlich ist es nicht möglich, jeder Frau einen Kaiserschnitt zu gewährleisten und auch nicht das Stillen zu verbieten,  aber schon alleine wenn die Frauen früh genug Medikamente erhalten und so früh wie möglich mit dem Stillen aufhören ist die Chance recht groß, dass das Baby gesund ist.

Anschließend hatte ich einen kleinen “Unfall” mit einem Baby. Üblicherweise übernehme ich das Kind auf den Schoß wenn bei der Mutter Blut abgenommen wird, tja, ich war danach ziemlich nass, wir mussten alle lachen, und unser Fahrer brachte mich dann mittags heim damit ich mich umziehen konnte :) .

So, jetzt schreib’ ich mal von etwas anderem als Arbeit: Letztes Wochenende waren wir ja im Nationalpark, es war total toll. Wir sahen einige Elefanten, Hippos und viele Affen und Vögel, es war recht entspannend, außer dass ich hunderte Bisse von ich weiß nicht genau was es war hatte. Und ich musste mein Bett wechseln als ich eine der großen Spinnen sah. Jeder der mich kennt weiß, dass das Moskitonetz für mich nicht nur gegen die Moskitos dient sondern eher gegen die Spinnen. Ich mag Africa echt total gern, aber an die Spinnen werde ich mich wohl nie gewöhnen ;) .

Das Wetter ist momentan sehr unbeständig, es regnete beinahe täglich diese Woche oder es ist recht trüb und nebelig.
Allen Müttern alles alles Liebe und alles Gute zum Muttertag!

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30. April 2009

Unser Training ist vorbei und es war echt total super, wir lernten viele Dinge, die uns die Zusammenarbeit miteinander erleichtern werden, so hoffe ich zumindest. Wir besprachen Einstellungsgespräche, Evaluierungen mit den Mitarbeitern (ich musste lachen, als ich an die 50 Nurses-Evaluierungen in Uganda dachte, diesmal habe ich ja nur 17 Nurses, obwohl das auch viel sei, meinten die Vortragenden). Themen wie Meetings, Coaching……es war echt sehr interessant, ich hatte ja noch nie ein derartiges Training, und da ich doch eine Art Führungsposition habe bin ich sehr froh über die Möglichkeit, an diesem Kurs teilzunehmen, die uns Ärzte ohne Grenzen gab. Ich bin recht motiviert und freu mich auf die kommende Woche wieder mit neuem Elan.

Aber zuvor fahren wir noch in den Nationalpark Liwonde, ist nur 2 h von hier entfernt. Tja, es hört sich recht nach Urlaub an, aber das Land ist so schön, man muss es echt ausnützen, und die vielen Feiertage kommen uns zugute, aber natürlich ist in Chiradzulu auch nicht wirklich etwas los, deshalb freuen uns diese Möglichkeiten und es ist ein sehr sicheres Land, man kann sich relativ frei bewegen.

Ich bin mittlerweile schon ein Profi im Linksfahren und es ist echt gar nicht so schwer, auch mit dem großen Landcruiser find ich mich sehr gut zurecht. Es gibt keine Beschwerden, aber es sind auch alle recht nett und froh, da ich als einzige fahren kann bzw darf, weil ich den internationalen Führerschein mit dabei habe.

Am 19. Mai ist dann die Wahl und da sind dann unsere Sicherheitsvorkehrungen eh wieder eher streng – obwohl nicht wirklich Ausschreitungen zu erwarten sind, aber man weiß ja nie, unser logistischer Koordinator ist auf der vorsichtigen Seite und das ist gut so.

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Unterwegs mit dem Landcruiser

28. April 2009

Nun, ich hab ja grade die Möglichkeit, täglich zu schreiben, werde das gleich mal nützen.

Gestern bin ich dann wirklich mit dem Landcruiser gefahren, 6 Leute hinten drinnen, aber außer dass ich immer wieder Probleme mit der Gangschaltung hatte ging es relativ gut. Naja, ein bisschen Übung brauch ich schon noch. Doch im Hinterkopf hatte ich leider den Unfall, den gestern einer unserer Fahrer hatte: er überfuhr ein 3 jähriges Mädchen, es liegt immer noch im Koma, und der Fahrer ist im Gefängnis, bis alles weitere geklärt ist.

In den letzten Jahren gab es 2 Unfälle mit Todesfolge. Die Straßen sind doch sehr schlecht und die Fahrer manchmal etwas zu schnell unterwegs, ich hingegen krieche durch die Gegend und habe viel zuviel Respekt vor der Menge an Verkehrsteilnehmern, es geht einfach viel zu schnell.

Unser Training hat sich heute Morgen um das Bewerbungsgespräch gedreht, welche Personen man auswählt, wie der Rekrutierungsprozess funktioniert, es war sehr interessant. Ich muss ohnehin eine Diskussion mit dem Fieldcoordinator fuehren, ob ich Krankenschwestern anstellen kann, denn es sind zu viele krank und wir können die 10 Gesundheitszentren heute den ersten Tag nicht voll besetzen. Sobald ich retour bin in Chiradzulu werde ich mich mit der Krankenschwester des Gesundheitsministeriums treffen um einen Plan zu entwickeln, ob wir neue Schwestern einstellen oder ob es von Seiten des Gesundheitsministeriums mehr Kapazitäten gibt.

Das heißt heute werden werden die Patienten in diesem Gesundheitszentrum wohl ziemlich lange warten müssen, denn es ist nur eine Krankenschwester dort. Ich bin immer wieder sehr erstaunt, wie geduldig die Leute hier sind, sie kommen meist um 9 Uhr morgens aber natürlich kommen sie nach der Reihe dran, und so kann es manchmal bis 4 Uhr Nachmittags dauern, bis alle drankommen.

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Training

27. April 2009

Wie versprochen melde ich mich gleich wieder, da ich ja diese Woche ein Managment-Training in Blantyre habe. Die erste Einheit heute Morgen klang schon recht gut, ich glaube es wird wirklich total interessant, und ich kann einiges lernen, was die Personalführung betrifft.

Das Training wird bis Donnerstag dauern und am Freitag werden wir dann zu viert in den Nationalpark fahren, da ja wieder ein Nationalfeiertag (1. Mai) ist.  Heute morgen haben sich zwei Pfleger krank gemeldet, wir sind sehr knapp besetzt, und es ist schwierig in so kurzer Zeit Ersatz zu finden. Unser Projektkoordinator übernimmt diese Aufgabe diese Woche.

Ach ja, ich habe noch gar nicht erzählt, dass ich meine Fahrprüfung mit dem Landcruiser bestanden habe. War doch nicht so schwer wie ich dachte, doch heute Abend ist gleich die Probe aufs Example, ich darf alle in ihre Unterkunft bringen, naja und die Straßen in Blantyre sind etwas anders als die in Chiradzulu, d. h. es ist eine Stadt und Linksverkehr, ich schreibe in den nächsten Tagen, wie es ging.

Gestern gingen wir wandern und als wir eine Frau nach dem Weg fragten meinte sie, wir sollten aufpassen und umkehren, weil viele Affen am Weg seien. Dadurch wurden wir natürlich noch neugieriger und siehe da, es waren wirklich einige zu sehen. Ich kenne die Art nicht, aber sie waren scheu und trauten sich nicht in unsere Nähe.

2009_04_26_malawi_balade_monkeys
Der Ausflug war total nett, und es tat gut, mal ein bisschen etwas sportliches zu tun. Am Abend spielten wir dann Billard, ich war zwar die einzige, die es einigermaßen konnte, doch wir verloren trotzdem, wir bildeten zwei Zweierteams, naja, Revanche ist garantiert. Es gibt nur ein Lokal in Chiradzulu, und dieses hat einen Billardtisch.

So, nun geht’s weiter mit dem Training, meld mich wieder, alles Liebe daheim!

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Spannungen

25. April 2009

Es tut sich einiges hier, gestern war die Party, war total nett, es kamen echt viele Leute und da manche aus dem Koordinationsteam mit den Kindern hier sind war es ziemlich turbulent. Tja, die anderen gingen dann noch aus, doch wir hatten heute ein Training mit den Nurses, eine neue Guideline wurde eingeführt. Wir haben alles durchbesprochen, doch es war ziemlich schwierig, denn die Nurses und Clinical Officers kennen natürlich all die Protokolle auswendig und jede Änderung war eine Diskussion für sich und unser Medical Focal Point – es war ihr Job in den letzten 3 Monaten,  diese Guidelines zu erneuern – war total frustriert. Jetzt telefoniert sie gerade mit ihrer Tochter und lacht Gott sei Dank wieder.

Gestern hatte ich auch eine Phase, wo ich am liebsten in den nächsten Flieger gestiegen wäre, denn mit manchen der nationalen Mitarbeiter ist die Zusammenarbeit sehr sehr schwierig. Sie sind sehr unnahbar, was wahrscheinlich an uns liegt, bzw an unseren Vorgängern, denn sie sind extrem misstrauisch uns gegenüber. Natürlich hat es auch mit einer gewissen Angst zu tun, da immer wieder von der Integration des Personals der lokalen Gesundheitsbehörden mit unserem Personal gesprochen wird und ein gemeinsames Arbeiten angestrebt wird, somit glauben viele, dass wir das Land bald verlassen werden. Doch die Perspektive ist, dass Malawi noch nicht imstande ist, HIV ausreichend zu behandeln. Es fehlt zwar nicht an Medikamente, die sind vorhanden (natürlich nicht die super-teuren, neuesten, die es bei uns gibt, doch jene, die schon lange im Handel sind und deren Wirkungsweise man gut kennt, die sind hier auch in Kinderdosen und Babydosen vorhanden, Gott sei Dank), doch es fehlt an Personal, es gibt einfach zu wenig, ich hab es sicher schon erwähnt, und dies lässt uns hier sein, denn wir bilden natürlich auch viel Personal aus.

Tja, sonst geht’s gut, ich hoffe der Managmentkurs hilft uns, eine bessere Umgangsweise miteinander zu finden, auf internationaler und nationaler Ebene, denn es sind auch viele nationale Mitarbeiter in Managementpositionen. Ich halt euch auf dem Laufenden.

Ich mach nun Schluss, sonst schlaft Ihr gleich mal ein, hab’ diese Tage wieder mehr Möglichkeiten zu schreiben, Fotos sind immer noch schwierig, obwohl ich sie in der Kamera habe, aber mein Kabel funktioniert nicht, so muss ich warten, bis Mwenya mir ihr Transfergerät borgt.

Ich glaube es ist gut dass ich hier bin, ich hoffe mit meiner positiven  Art ein bisschen die generelle Stimmung zu heben. Bete viel in diesen Tagen und ich bin sehr froh, einen starken Glauben zu haben.

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Alltag in Chiradzulu

21. April 2009

Nun hab ich es wieder geschafft, Mails zu verschicken. Einmal pro Woche fahren wir in die Stadt Blantyre, wo wir ins Internet können. Wir diskutieren gerade, ob wir uns nicht ein privates Internet zulegen, denn da das Koordinationsteam ab Juli in die malawische Hauptstadt Lilongwe übersiedelt gibt es dann möglicherweise kein Büro mehr in Blantyre . Mal schauen, was bei unserer nächsten Besprechung rauskommt.

Mein Tag startet morgens um halb 8, da  fahre ich immer in die Gesundheitszentren, um nach dem Rechten zu sehen. Momentan müssen wir das gesamte Pflegepersonal evaluieren, das bedeutet, bei ihnen zu sitzen und mit ihnen gemeinsam die Patienten durchzugehen, somit erhalten wir ein besseres Bild, welche Trainings die Schwestern noch brauchen in nächster Zukunft. Am Nachmittag ist dann entweder ein Meeting, oder ich versuche mich immer noch weiter einzulesen…

Evaluierungsgespräch mit einer Krankenschwester

Evaluierungsgespräch mit einer Krankenschwester

Großen Stress hab ich hier momentan keinen; es ist erstaunlich, wie unterschiedlich manche Projekte sind, aber dies ist ein Langzeitprojekt, deshalb geht es ein bisschen ruhiger zu, als ich es etwa in Sambia oder Uganda gesehen habe. Abends ist um 17 Uhr Schluss, und da es um 18 Uhr dunkel wir und wir da zu Hause sein sollten, versuchen wir schleunigst zu essen und dann zu Hause noch ein bisschen zu tratschen, evtl. einen Tee oder ein Bierchen zu trinken, und spätestens um 22 Uhr sind alle in ihren Zimmern.

Das Essen ist so super, dass ich echt aufpassen muss, nicht zuzunehmen, aber Mwenya, die sambische Ärztin, und ich haben uns schon darauf geeinigt, manchmal einen Fasttag einzulegen. Wir haben viel Gemüse, da der Beauftragte für das Essen Vegetarier ist und wir uns jedes Fleisch erkämpfen müssen :) , aber auch Pizza und Pasta und viel Salat. Es ist das erste Projekt in dem ich bin, wo täglich Salat auf dem Tisch steht, total super, und Früchte und Kuchen, und 2 Mal am Tag warme Küche, was ich gar nicht gewöhnt bin.

Am Freitag ist Abschiedsparty von unserer Epidemiologin Megan. Sie war 2 Jahre hier und es wird ein nettes Fest werden. Außerdem ist  Doktor Siamak, der mit mir in den Gesundheitseinrichtungen arbeitet, auch ab Sonntag weg. Er war 9 Monate hier,  sein Nachfolger kommt erst am 3. Mai.

Momentan regnet es immer noch, heute Nacht war ein ziemlicher Sturm, deshalb waren die Moskitos gestern Abend besonders lästig. Ich bin voller Bisse, aber ich nehme brav mein Antimalariamittel.

Unser Arzt Mark vom Krankenhaus ist krank, er hat ziemlich hohes Fieber, weiß aber nicht warum. Malaria ist es nicht. Sonst hat er auch keine Beschwerden, nur über 39 Temperatur. Er war gerade 2 Wochen in Paris auf einem Training.

Letzten Sonntag schaffte ich es dann endlich einmal in die Kirche, es war total nett, obwohl in der Landessprache Chichewa, aber ein Mädel übersetzte mir einiges. Die Messe ist um 7.30 jeden Sonntag; es ist die einzige katholische Messe in der Woche, es wird viel gesungen und getanzt, total lebendig. Sie dauert 2 Stunden. Das Opfergeld wird direkt an die betroffenen Familien gegeben; sie stehen mit einem Körbchen draußen und man gibt direkt das Geld, am Ende wird dann verlautbart wie viel jeder erhalten hat; ein bisschen eigenartig für mich aber naja, denn jemand hat zum Beispiel gar nichts bekommen, manche total viel, aber ich habe das System nicht ganz durchschaut.

Mittlerweile habe ich schon ein bisschen Durchblick, und da das internationale Team ziemlich groß ist gibt es leider ziemliche Spannungen; ich versuche mich mit allen gut zu einigen, was mir eh nicht wirklich schwer fällt. Das nationale Team leidet auch unter diesen Spannungen, und deshalb gibt es jetzt ein Managmenttraining, zu dem wir alle zwangsverpflichtet wurden.

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Erster Dienstplan

16. April 2009

Heute habe ich  meinen ersten Dienstplan geschrieben, für 3 verschiedene Berufsgruppen und alle 10 Gesundheitszentren. Ich hoffe ich hab’ niemand verwechselt und er passt weitgehend!

Morgens war ich in einem Gesundheitszentrum, die Krankenschwestern leisten hier echt super Arbeit, es ist ziemlich stressig, die Krankenschwestern sehen die stabilen Patienten, und geben an alle die antiretroviralen Medikamente aus, machen die Blutabnahmen, Routine CD4 und Viruslast (bei Bedarf, initial, und bei Verdacht von Therapieversagen). Dies sollten die vom Gesundheitsministerium angestellten Schwestern auch können, jedoch trauen  sich manche noch nicht so ganz darüber, das wird meine Aufgabe, sie zu schulen, denn irgendwann sollte Ärzte ohne Grenzen ja das Land verlassen und dann sollten sie alle ihre Patienten selbst behandeln können. Es wird wohl noch einige Jahre dauern, aber dieses Jahr wird versucht, wirklich hart daran zu arbeiten.

Die schwierigen Fälle werden von den Clinical officers (COs) gesehen, es gibt ja keine bzw wenige Ärzte in Malawi (ich glaube an die 300 für das ganze Land). Nun, ich habe nachher gleich ein Meeting mit meinen Krankenschwestern. Leider hatte gestern eine ihre Medikamentenorder vergessen und unsere Pharmazeutin ist ziemlich sauer. Naja, das müssen wir auf jeden Fall diskutieren, aber wie es auch auf unseren Stationen in Österreich oftmals ist, der das letzte Medikament aus dem Schrank nimmt sollte es auch aufschreiben, damit man sich bei der Bestellung leichter tut, aber das geschieht halt auch hier nicht immer, manche denken nicht an den nächsten Tag und dann gibt es morgens Stress, weil einiges fehlt..

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Kurzurlaub am Malawisee

14. April 2009

Wir, das sind 5 Mädels vom Team, verbrachten über Ostern fast 4 Tage am Malawisee, es war wunderschön, das Wetter war heiß und die Temperatur im See super, fast zu warm für meine Verhältnisse. In 14 Tagen müssen wir jedoch eine Prophylaxe gegen die Bilharziose nehmen, denn der See scheint verseucht zu sein, obwohl er so riesig und so schön ist. Die Fische sind ein Wahnsinn, man glaubt, man schwimmt in einem Aquarium, so viele verschiedene Arten sind da. Wir borgten uns  Kajaks aus und es war ganz schön anstrengend aber schön, zu einer netten Insel zu paddeln, dort war das Wasser super klar. Wunderschöne Sonnenuntergänge, einfach ein Traum, so mein Start hier in Malawi; tja, smile.

Hin fuhr ich mit dem Bus, fast 6 Stunden lang, war aber auch recht interessant, die Landschaft ist total schön und bis auf die extrem laute Musik im Bus war es nicht schlimm, heim konnte ich dann mit den Mädels fahren, die sich ein Auto ausgeborgt hatten. Ich muss diese Woche auch irgendwann ein Fahrtraining absolvieren, denn da unsere Häuser etwas entfernt vom Büro und dem Krankenhaus liegen, soll jeder, der einen Führerschein hat, auch mit dem Landcruiser umgehen können. Naja, bei diesen Strassen sicher nicht ganz einfach, aber ich versuch’s!

Heute machte ich einen Besuch in einem Gesundheitszentrum und siehe da, es gab Cholera-Alarm. Leider starb eine Frau, ich sah nur mehr ihren Leichnam, und 2 Patienten sind unter Infusionsgabe. Ich informierte gleich die zuständigen Personen, und es wird nun versucht, ein Zelt und die notwendige Absperrung zu machen, denn neben dem ganz normalen Betrieb in dem Gesundheitszentrum sind natürlich alle gefährdet, sich zu infizieren.

Wir überwiesen auch 2 Patienten ins Krankenhaus. Für mich ist es immer ein bisschen eine Herzklopf-Aktion, da wir doch immerhin mindest eine halbe Stunde unterwegs sind, und die Patienten nicht in sehr gutem Zustand waren. Ich bin immer froh, wenn wir das Krankenhaus erreicht haben.

Heute hatte ich wieder meine alltäglichen Probleme mit dem Dienstplan; Ich habe natürlich nicht genug Krankenschwestern und es fallen immer wieder welche aus wegen Krankenständen, und, naja, irgendwie schaffen wir es zwar, aber es arbeitet jeder doch sehr hart. Jede Krankenschwester sieht an die 40 Patienten täglich, was doch recht viel ist. Viele der Patienten sind jedoch in einem sehr guten Zustand und sie brauchen sich nur die Medikamente für die kommenden 3 Monate abzuholen, doch natürlich müssen sie trotzdem genau angeschaut werden,  da es doch auch immer wieder kritische Patienten darunter gibt, aber die Patienten sind sehr vorbildlich in der Einnahme der Medikamente, es ist eine Freude die vielen gesunden – zwar HIV-positiven, jedoch nicht kranken – Menschen zu sehen.

Ein Kommunikationsteam ist heute aus Paris angekommen, sie wollen einen Film drehen. Ich hoffe ich bin noch zu neu, um ein Interview geben zu können :)

OK, ich melde mich wieder sobald ich kann!

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Angekommen in Malawi

11. April 2009

Nun, es gestaltet sich doch nicht ganz  so einfach, von hier aus einen Blog zu schreiben, da wir in Chiradzulu kein Internet haben und ich immer nach Blantyre fahren muss, auch um Fotos schicken zu können, doch vielleicht ändert sich das in der kommenden Zeit, ich werde es auf jeden Fall versuchen..

Ein paar Infos zu dem Projekt, in dem ich arbeite: Ärzte ohne Grenzen betreibt hier in Malawi seit 2001 ein HIV-Projekt. Zur Zeit haben wir insgesamt fast 20.000 Patienten, davon sind 14.000 auf antiretroviraler Therapie. Wir, das sind 15 internationale und mehr als 400 lokale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zum Teil direkt von Ärzte ohne Grenzen angestellt, zum Teil Angestellte des malawischen Gesundheitsministeriums, die auch von uns ausgebildet werden.

Meine Aufgabe ist es, die Krankenschwestern in 10 Gesundheitseinrichtungen zu betreuen. Das umfasst das Schreiben der Dienstpläne und das Training im Umgang mit HIV. Zur Zeit versuche ich jedoch noch selbst, mich mit all den Protokollen und Standards von Ärzte ohne Grenzen vertraut zu machen, da diese doch etwas anders sind als ich es von meiner Arbeit in Österreich gewohnt bin. Doch das internationale Team gibt mir gute Unterstützung und ich hoffe, dass ich recht schnell alles notwendige weiß.

Im Büro...

Im Büro...

In den ersten Tagen besuchte ich 3 Gesundheitszentren, in denen Patienten gemeinsam von Mitarbeitern des Gesundheitsministeriums und Ärzte ohne Grenzen betreut werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Schwangerenversorgung, der Prophylaxe für HIV-positive Mütter, damit ihre Neugeborenen negativen HIV Status erreichen. Dies umfasst ein umfassendes Betreuungsnetz. Ich werde in den kommenden Wochen mehr ins Detail gehen, um dies alles zu erklären, denn das Projekt hat so viele verschiedene Bereiche, die ich alle selbst erst genau kennen lernen muss. Neben den Gesundheitszentren arbeiten wir noch im Krankenhaus von Chiradzulu, wo wir die Kinderstation, die TB Station, Männer- und Frauenstation, und die HIV-Ambulanz betreuen. Das Krankenhaus hat insgesamt mehr als 300 Betten.

Chiradzulu liegt im Süden Malawis, ca. eine halbe Stunde von Blantyre entfernt, der nächstgrößeren Stadt, in der es uns auch möglich ist, ins Internet zu gehen. Das Gebiet ist sehr hügelig und total schön grün zur Zeit, es liegt beinahe auf 1500 m und deshalb ist es auch etwas kühl, es wird jedoch noch kälter, da der Winter naht.

Untergebracht sind wir in 3 verschiedenen Häusern und ich muss sagen, dass es im Gegensatz zu manch anderem Projekt extrem komfortabel ist, da wir zum Beispiel immer Warmwasser haben, doch es ist ein Langzeitprojekt, die internationalen Mitarbeiter sind meist länger als ein Jahr hier, und deshalb ist es wohl auch recht nett eingerichtet. Strom gibt es auch fast immer.

Die ersten Eindrücke waren für mich schon erdrückend, wenn man die HIV-Zahlen betrachtet, es ist echt schlimm, wenn man in das Gesundheitszentrum kommt und jeder hat HIV, doch die Behandlung ist gut und viele der Patienten sind recht stabil und leben schon viele Jahre mit den Medikamenten.

Bei einem Besuch in einem Gesundheitszentrum sah meine Kollegin eine Frau, die gerade ein Baby zur Welt bringen wollte, doch es ging nicht weiter und so brachten wir sie ins Krankenhaus, um einen Kaiserschnitt durchzuführen, doch leider war es zu spät, sie hätte Zwillinge bekommen doch beide Kinder starben. Danach erfuhren wir, dass sie schon seit dem Wochenende zu Hause versuchte, die Kinder zu kriegen. Es war ihre 8. Geburt und nur 3 Kinder davon leben.

Man bewegt sich hier täglich zwischen Leben und Tod, doch das Kinderlachen lässt so vieles schnell wieder vergessen. Täglich am Weg zum Büro kommen Kinder und geben uns die Hände und begleiten uns bis zum Tor, abends warten sie dann wieder auf uns, es ist total nett.

Generell geht es mir recht gut, wir verbringen das Osterwochenende am Malawisee, es dient ein bisschen zur Erholung nach all den Informationen und auch um mich gut vorzubereiten für die kommende Zeit.

Melde mich wieder sobald ich kann

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