PMTCT
Nun komme ich endlich wieder dazu, zu schreiben: Es war eine etwas anstrengende Woche mit sehr vielen Krankenständen. Am Dienstag fehlten 7 Nurses, ich war sehr froh mit denjenigen, die extrem hart arbeiteten um dies zu kompensieren. Auf Drängen meinerseits und des Fieldcoordinators wurde ein Antrag auf die Einstellung von mehr Nurses zum Koordinationsteam geschickt, hoffe dass wir bald Antwort bekommen. Eigentlich will MSF nicht mehr Leute einstellen, da man ja in Zukunft das Projekt irgendwann mal dem Land übergeben möchte, aber mit monatlich bis zu 700 neuen Patienten ist es mit den 17 Nurses fast nicht mehr zu meistern.
Ende Mai wird ein 3 wöchiges Training angeboten für die Schwestern, die erst kürzlich eingestellt wurden. Ich hoffe, selbst auch viel Zeit dort verbringen zu können, um mehr über das Management der Patienten zu erlernen, denn es ist komplett anders als ich es von Österreich gewohnt bin. Immer wieder staune ich, welche Krankheiten ich hier sehe, speziell viele Patienten mit Kaposi Sarkom, ein bösartiger Tumor, der meist bei Aidskranken auftritt.
Gestern hatten wir wieder sehr wenig Schwestern, eigentlich ist meine Aufgabe, mit den Schwestern gemeinsam Patienten zu untersuchen, aber als ich dann jemanden zum Übersetzen fand übernahm ich einige Patienten, da merkte ich erst, wie sehr mir die Patienten fehlten, es machte richtig Spass, wir machen Routineuntersuchungen und ich nahm bei vielen Blut ab, wir kontrollieren alle 6 Monate die CD4 Zellen ( Immunsystem) und bei Verdacht auf fehlerhafte Einnahme der Therapie die Viruslast.
Heute Morgen besuchten wir einen TB Patienten, der multiresistent ist. Er ist seit 4 Monaten in einem speziellen Programm, er wird täglich besucht und erhält die observierten Medikamente (DOT) und eine Injektion. Er ist nicht HIV-positiv, aber da einer unserer Ärzte in der TB-Station im Krankenhaus arbeitet, betreuen wir natürlich auch diese Patienten. Er wird die nächsten 2 Jahre Medikamente erhalten, die Injektion 6 Monate lang. Er ist total gut drauf, es geht ihm recht gut. Er sprach englisch und wir lachten viel mit ihm.
Heute sah ich ein Baby, die Mutter hat unser PMTCT-Programm (Preventing Mother-to-Child Transmission of HIV) gemacht und erhielt Medikamente, das Baby wurde heute zum 2 Mal getestet und es ist negativ. Es wird dann nochmal mit 18 Monaten getestet. In Österreich ist es selbstverständlich, dass die Babys negativ sind, doch hier ist jedes ein Wunder, denn natürlich ist es nicht möglich, jeder Frau einen Kaiserschnitt zu gewährleisten und auch nicht das Stillen zu verbieten, aber schon alleine wenn die Frauen früh genug Medikamente erhalten und so früh wie möglich mit dem Stillen aufhören ist die Chance recht groß, dass das Baby gesund ist.
Anschließend hatte ich einen kleinen “Unfall” mit einem Baby. Üblicherweise übernehme ich das Kind auf den Schoß wenn bei der Mutter Blut abgenommen wird, tja, ich war danach ziemlich nass, wir mussten alle lachen, und unser Fahrer brachte mich dann mittags heim damit ich mich umziehen konnte
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So, jetzt schreib’ ich mal von etwas anderem als Arbeit: Letztes Wochenende waren wir ja im Nationalpark, es war total toll. Wir sahen einige Elefanten, Hippos und viele Affen und Vögel, es war recht entspannend, außer dass ich hunderte Bisse von ich weiß nicht genau was es war hatte. Und ich musste mein Bett wechseln als ich eine der großen Spinnen sah. Jeder der mich kennt weiß, dass das Moskitonetz für mich nicht nur gegen die Moskitos dient sondern eher gegen die Spinnen. Ich mag Africa echt total gern, aber an die Spinnen werde ich mich wohl nie gewöhnen
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Das Wetter ist momentan sehr unbeständig, es regnete beinahe täglich diese Woche oder es ist recht trüb und nebelig.
Allen Müttern alles alles Liebe und alles Gute zum Muttertag!



